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Schärfentiefe der Flachbettscanner

2025 © Thomas Gade


Skala im ansteigenden 45° Winkel zum Messen der Schärfentiefe. 20 Striche entsprechen 1,4 cm Höhe

Über die Schärfentiefe von Flachbettscannern sind nur selten Angaben zu finden. Es gibt zwei verschiedene Scantypen, nämlich einerseits mit CCD-Scanzeile, Objektiv und einem System aus mehreren Spiegeln und andererseits mit CIS Scanzeilen, an denen Dokumente im engsten Abstand vorbeigeführt werden müssen. CIS Scanner befinden sich in kompakten Faxgeräten, Dokumentenscannern und leichten, billigen Flachbettscannern oder günstigen Multifunktionsgeräten (Drucken, Scannen, Faxen). Mit CIS-Scantechnik beträgt die Schärfentiefe maximal 1 mm. Möchte man Objekte scannen, für die das nicht ausreicht, kommen nur CCD-Scanzeilen infrage.

Um die Schärfentiefe von Flachbettscannern zu messen, verwende ich einen Schaumstoffblock, von dem eine Seite im 45° Winkel abgeschnitten ist. Darauf klebt eine Millimeterskala. Gemäß dem Satz von Pythagoras ergibt sich, dass 20 Striche auf der schrägen Skala etwa 1,4 cm Höhe entsprechen. Dieses Meßobjekt wird auf die Glasscheibe eines Flachbettscanners gestellt und - falls möglich - mit rund 2000 DPI (1600 bis 2400) gescannt. Der Schärfeverlauf im Ergebnis zeigt, bis zu welcher Höhe über der Glasoberfläche Motive scharf abgebildet wird. Die Schärfentiefe beträgt nur wenige Millimeter.



Epson Perfection V750 Pro

Der Epson Perfection V750 Pro hat eine eher geringe Schärfentiefe von etwa 3-4 mm. Da dieser Flachbettscanner zum Digitalisieren von Filmen mit hoher Auflösung konzipiert ist, erstaunt das etwas. Dias und Negative befinden sich in speziellen Filmhalter ca. 2 mm über der Glasscheibe. Die Filme können nach oben gewölbt sein oder etwas nach unten durchhängen. Und sie mit hohen Dpi-Werten angemessen zu scannen, bedarf es der nötigen Schärfentiefe. In der Praxis tüftelt man mit dünnen Abstandshaltern die optimale Höhe der Filmhalter über der Glasscheibe aus. Hätte dieser Scanner eine größere Schärfentiefe, könnte man sich den Aufwand ersparen. Die gleiche Schärfentiefe haben wohl auch der Perfection V700 Pro und Perfection V850 Pro. Sie sind nahezu baugleich.



Epson Expression 1680

Der Epson Expression 1680 (in dieser Hinsicht gleich mit dem Expression 1600) ist recht hoch gebaut. Das lässt eine relativ große Schärfentiefe vermuten, jedoch beträgt sie nur ca. 4 mm.



Canon CanoScan 8400F

Schärfentiefe ca. 3-4mm. Danach nimmt die Schärfe nicht so schnell ab wie bei den beiden vorherigen Scannern von Epson.




Epson Expression 10000XL

Ein Epson Expression 10000XL hat eine Schärfentiefe von ca. 7 mm. Alle Expression von 10000XL bis 13000XL enthalten einen Autofokus, der die Möglichkeit bietet, in Kombination mit Fokus Stacking die Schärfentiefe zu erweitern. Dazu später mehr.




Epson Perfection 3200

Der Epson Perfection 3200 aus dem Jahre 2004 hat eine Schärfentiefe von ca. 8 mm.



Epson Perfection 2480

Der Epson Perfection 2480 bietet eine Schärfentiefe von 1 cm.




HP Scanjet 3670

Schärfentiefe ca. 10 mm. Direkt über dem Vorlagenglas ist die Schärfe nicht optimal, sonst könnte man 2 mm zugeben.




HP Scanjet 4200 C

Der HP Scanjet 4200 C hat eine überraschend große Schärfentiefe, nämlich ca 1,8 cm. Damit lässt er alle anderen aus diesem Vergleich weit zurück.

Markteinführung 1999, maximal 600 DPI, keine Durchlichteinheit, USB, Gewicht 2,5 kg, Gebrauchtpreis 10–20 €, externes Netzteil mit 12 V / 1,25 A.

Der Oldie funktioniert am besten mit Windows XP. Das alte Betriebssystem kann in Windows 11 als virtuelle Maschine (VM) eingebettet werden oder man nimmt einen alten, ausgemusterten Laptop von Dell, Lenovo oder HP, um Windows XP zu installieren. Die nötige ISO-Datei mit allen Updates findet man beispielsweise hier:

https://www.deskmodder.de/phpBB3/viewtopic.php?t=28348

Im Internet gibt es genügend Anleitungen, wie man mit der ISO-Datei und der Gratis-Software Rufus einen bootfähigen USB-Stick erstellt, der die Installation sowohl in der VM als auch als exklusives Betriebssystem ermöglicht.


Schärfentiefe ist kein exakter Wert, sondern nennt eine räumliche Tiefe in einem Bild, in der Motive mit einer akzeptablen Schärfe abgebildet werden. Die Angaben sind nicht auf die Goldwaage zu legen, weil Anprüche unterschiedlich sind. Die Bilddateien wurden nicht oder nur geringfügig geschärft und auch nicht mit KI-Optimierungen verbessert. Perspektivische Verzerrungen sind teilweise korriegiert worden.

Die Ergebnisse aus Flachbettscannern müssen normalerweise immer geschärft werden, um Details besser darzustellen. Das Scanprogramm SilverFast enthält es dafür eine gute Automatik und manuelle Einstellmöglichkeiten. VueScan bietet drei Stufen der Schärfung an. Man kann diese Funktionen aber auch ausschalten, um das Schärfen der Bilder mit einem Bildbearbeitungsprogramm wie Adobe Photoshop vorzunehmen.



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